Günter Wallraffs Appell an den Bundestag

Team Junge Armenier

Günter Wallraffs persönlicher Appell an die Abgeordneten des Bundestages zur Genozid-Resolution an diesem Donnerstag:

‪#‎AnerkennungJetzt‬ ist die Parole des Tages!“

Günter Wallraff, Enthüllungsjournalist und Schriftsteller, appelliert an die Abgeordneten des Bundestages in Bezug zur geplanten Verabschiedung der Resolution „Erinnerung und Gedenken an den Völkermord an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten vor 101 Jahren.“


Initiative Anerkennung Jetzt!

Abschlussbericht – Sommer-Jugendtreff 2016 in Dorsten

Team Junge Armenier

von Anna Ohanoglu

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Ganz traditionell – und doch immer ganz anders – trafen sich auch dieses Jahr wieder zahlreiche junge Leute zum armenischen Jugendtreff in Dorsten, einem kleinen Städten im Ruhrgebiet. Weit abgeschieden in einer typischen Jugendherberge mitten im Wald, hatten wir die Möglichkeit ganz wir selbst zu sein.

Wie immer wurde gesungen, getanzt, gelacht, diskutiert und neue Bekanntschaften geschlossen. Wo man herkommt, ob man armenisch spricht, Ahnung von armenischer Kultur hat oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist einfach, sich zu treffen und kennenzulernen und die Möglichkeit zu haben, gemeinsam Zeit zu verbringen.

Unter diesem Motto stand auch der erste Abend. Nachdem einige lange, andere etwas kürzere Anfahrten hinter sich gebracht hatten, wurden die Zimmer aufgeteilt und die Mägen gefüllt. Später kamen dann alle zusammen und es wurden Kennenlernspiele gespielt, unter anderem gab es auch ein Speed-Dating. Die Stimmung war von Anfang an locker und familiär.

Das Junge Armenier-Team hatte sich bei der Planung die Kritik der letzten Male zu Herzen genommen und so war das Programm sowohl interessant und unterhaltsam, als auch durch genügend Pausen entspannt.

Die Referenten waren unter anderem Ani Smith-Dagesyan (Jugendbeauftragte des ZAD), welche mit ihrem Vortrag eine politische Bilanz über die Leugnungspolitik des Völkermordes zog oder auch Aykun Kasakyan, der den Studentenclub HAIK e.V. vorstellte. Besonders interessant und interaktiv gestaltete Sevan Hambarsoomian seine Einheit über uns – die Armenier in Deutschland. Informativ war auch der Vortrag Krikor Manugians, der uns durch seine persönlichen Erfahrungen erzählte, welche Möglichkeiten es gibt, seinen zwangstürkisierten Nachnamen zu ändern. Auch bei Yeksas und Alberts (Mitglieder des Junge Armenier-Teams) Gesangsworkshop waren alle motiviert neue oder bekannte armenische Lieder einzuüben, welche wir dann sonntagabends lautstark am Lagerfeuer sangen.

Zusätzliche Highlights waren das Mitfiebern bei dem Eurovision Song Contest und die typische Party samstagnachts, bei der die Leute so gut drauf waren, dass sie sogar nach dem Abbau des DJ-Pults ihre Handys an die Boxen anschlossen um weiterzutanzen. Beim abschließenden Xorovac-Grillen sonntags und Lagerfeuer mit Marshmallows konnten wir uns noch einmal alle zusammen gemütlich zusammensetzen und das Wochenende Revue passieren lassen.

Da dies der letzte Jugendtreff von Yeksa als Organisatorin und Mitglied der Jungen Armenier war, möchten wir uns öffentlich für Ihr Engagement, ihre Kraft und ihren Zeitaufwand bedanken. Sie hat den Jugendtreff mit ihrer Persönlichkeit geprägt und geformt. Wir wünschen ihr alles Gute für ihre Zukunft und hoffen, sie trotzdem wieder auf einem zukünftigen Jugendtreff zu sehen!

— Hier zu den Fotos des Events —

Streiten für Gerechtigkeit

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Noch ist das Massaker an den Armenier*innen, Assyrer*innen und Pontosgriech*innen durch das Osmanische Reich während des ersten Weltkriegs in Deutschland nicht als Völkermord eingestuft worden. Seit drei Jahren versucht die Initiative Anerkennung Jetzt die Aufmerksamkeit dafür in Gesellschaft und Politik zu erhöhen – und eine Einordnung der Taten als Völkermord durchzusetzen. Das Interview führte Daniel Veutgen.

ak[due]ll: Könnt ihr Anerkennung Jetzt kurz vorstellen?

Anerkennung Jetzt: Wir sind eine zivilgesellschaftliche Initiative von zumeist jungen Aktivisten aus dem gesamten Bundesgebiet. Uns unterstützen mehrere hundert Personen. Seit 2013 haben wir uns als Initiative Anerkennung Jetzt zum Ziel gesetzt, die Anerkennung als auch die Aufklärung des Völkermords an den Armeniern, Aramäern,Assyrern und Pontosgriechen zu erreichen und die Debatte in Politik und Gesellschaft kritisch und konstruktiv zu begleiten. Wir arbeiten unabhängig, eigenverantwortlich und sind keiner Institution, Organisation und keinem Dachverband untergeordnet.

Wir sind nicht hierarchisch organisiert, sondern bauen auf die Qualitäten und Fähigkeiten unserer Aktivisten und verfügen über ein bundesweites Netzwerk.

ak[due]ll: Warum setzt ihr euch für eine Anerkennung des Völkermordes an den Armenier*innen ein?

Anerkennung Jetzt: Wir sind die Nachfahren der Opfer des Genozides von 1915 und wollen Gerechtigkeit für die Opfer und Aussöhnung: Das geht nur durch die Anerkennung des zugefügten Leides, das nicht nur die physische Vernichtung unserer Angehörigen beinhaltet, sondern sich über 100 Jahre auch in der Vernichtung der christlichen Kultur in Anatolien fortsetzt. Und die Leugnung dieses Menschheitsverbrechens will das vergessen, verschweigen, verharmlosen.

ak[due]ll: Welche Mittel nutzt ihr um euer Ziel zu erreichen?

Anerkennung Jetzt: Wir wollen neue Wege gehen. Dazu gehört, dass wir mit kreativen Aktionen auf das Thema aufmerksam machen wollen. Beispiele dafür sind die Reichstags-Aktion, bei der wir mit den Bundestagsabgeordneten über die ausge­bliebene Anerkennung des Völkermords 1915 gesprochen haben. Besonders sind wir auch in den sozialen Medien aktiv und halten Kontakt zu vielen Multiplikatoren und Bundestagsabgeordneten. Neben unserem politischen Ansatz mit der Forderung der Anerkennung durch den Bundestag leisten wir mit der Bereitstellung von Informationen und Quellen auch Aufklärungsarbeiten. Ein Stück weit Bildungsarbeit leistet unsere Internetseite www.anerkennung-jetzt.de damit auch.

akduell: Gibt es andere Initiativen oder Gruppierungen, mit denen ihr zusammenarbeitet?

Anerkennung Jetzt: Unsere Initiative arbeitet mit einem bundesweiten Netzwerk zusammen, regelmäßig mit dem Verein „SOS – Save Our Souls – 1915 e.V.“. Unserer Forderung nach Anerkennung haben sich beispielsweise die JUSOS, Grüne Jugend, Linksjugend Solid, Julis Junge Liberale, Alevitische Jugend Deutschlands, der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma und die Kurdische Gemeinde Deutschlands angeschlossen. 

akduell: Müsste mehr Druck auf die Politik ausgeübt werden?

Anerkennung Jetzt: Absolut. Die Politik hat immer nur auf Druck reagiert. So wurde schon 1995 – zum 90. Gedenkjahr – durch den Bundestag eine Resolution verabschiedet, die den Begriff Genozid nicht enthielt und auch die Forderung nach Aufnahme in die Lehrpläne folgenlos blieb. Letztes Jahr dasselbe. Es wurde eine zügige Anerkennung versprochen, doch fast ein Jahr lang ist nichts geschehen. Als zivilgesellschaftliche Initiative wollen wir Öffentlichkeit schaffen und immer wieder die Politik an ihre Versprechen erinnern. Der Genozid an den Armeniern ist nämlich auch Teil der deutschen Geschichte. Es ist absolut wichtig, dass die Anerkennung immer wieder thematisiert wird, um es nicht wieder in den Schubladen verschwinden zu lassen. Da hilft schon auch die bloße Nachfrage bei seinem Abgeordneten vor Ort, was er dazu sagt und ob er die Anerkennung unterstützt.

ak[due]ll: Warum tut sich auch die deutsche Regierung schwer, von einem Genozid zu sprechen?

Anerkennung Jetzt: Weil Sie leider zu sehr auf die Türkei schielt. Die Frage, ob man die Vernichtung der Armenier als Genozid bezeichnen soll oder nicht, ist doch keine historische oder juristische, sondern eine höchst politische. Und da stellt sich die Regierung ganz auf den Standpunkt der Türkei und widerholt sogar die türkischen Argumente. Eine direktere Einflussnahme auf die deutsche Politik gibt es sonst nirgends. Ankara gibt vor, wie die Regierung diese Tatsache bewertet. Das ist eigentlich absolut beschämend und widerspricht auch der Erfahrung nach dem zweiten Weltkrieg. Aber in Sachen Genozid an den Armeniern konterkariert sich die Regierung selbst.

akduell: Welche Rolle spielen die zurzeit geführte Debatte über die Geflüchteten und das Abkommen mit der Türkei? Wird das Thema gerade jetzt bewusst totgeschwiegen?

Anerkennung Jetzt: Ja, schon im Vorfeld der Konsultationen hat Angela Merkel während ihrer Türkeireise im letzten Jahr der türkischen Seite mitgeteilt, dass die Anerkennung keine hohe Priorität mehr habe. Das war ein Gastgeschenk an die Türkei auf dem Rücken der Wahrheit und Nachfahren des Völkermordes. Mit der zunehmenden Debatte um Flüchtlinge hat sich dieser Trend verschärft und würde letztlich untergehen, wenn kein Druck ausgeübt würde. Das Thema ist der Bundesregierung äußerst unangenehm und sie würde es vermutlich ganz vergessen lassen. Doch das werden wir verhindern!

Es ist leider Realität, dass heute viele Menschen einer Region sich nach Europa retten wollen, in der die Konzentrationslager der Osmanischen Türken die Armenier planvoll vernichteten. Heute sind in dieser Region, die auch vom ISIS kontrolliert wird, wieder orientalische Christen wie die Assyrer/Aramäer, Jesiden und andere Minderheiten von der Auslöschung bedroht. Fast so wie vor 100 Jahren sollen dort wieder Menschen, die anderer Ethnie und Religion sind, keine Existenz mehr haben.

ak[due]ll: Mit welcher Gegenwehr habt ihr zu kämpfen?

Anerkennung Jetzt: Insbesondere schwer machen es uns türkische Verbände, Institutionen und Vereine in Deutschland. Im Prinzip sind sie die Einzigen, die uns die Arbeit erschweren. Sie versuchen, die Politik Ankaras auch hier in Deutschland durchzusetzen und agieren im Hintergrund. Sie agieren zielgerichtet und versuchen aufklärerische Veranstaltungen zu verhindern oder die Veranstalter unter Druck zu setzten. Nicht nur auf kommunaler Ebene, auch auf Landes- und Bundesebene wird so vorgegangen. Das hatte mal dazu geführt, dass Brandenburg den Genozid aus dem Lehrplan herausgenommen hat. Im Grunde möchten sie ein angemessenes öffentliches Gedenken verhindern und ihr revisionistisches Weltbild aufdrücken.

ak[due]ll: Welche Gefahr geht von den Leugner*innen und leugnenden Parteien und Gruppen des Völkermordes aus?

Anerkennung Jetzt: Leugnung eines Völkermordes ist die letzte und integrale Etappe des Genozides. Elie Wiesel hat das mal als „zweite Tötung“ beschrieben. Leugner wollen Geschichte umschreiben, die Opfer dämonisieren und die Täter reinwaschen. Damit wird eine Aussöhnung unmöglich gemacht, denn ohne die Opfer und Täter klar zu benennen, kann es doch keine Aussöhnung geben, und das wollen Leugner verhindern. Eine politische Leugnung des Völkermordes bedarf einer politischen Antwort. Es ist überfällig, dass der Genozid endlich anerkannt wird.

ak[due]ll: Wie lange wird es eurer Meinung nach dauern, bis die Anerkennung beschlossen wird?

Anerkennung Jetzt: Wir hoffen, dass die Politik bei Ihrer Ankündigung bleibt und am 2. Juni 2016 eine Resolution im Deutschen Bundestag verabschiedet, die klar und unmissverständlich die Vernichtung der Armenier, Assyrer, Aramäer und Pontosgriechen im Osmanischen Reich offiziell als Völkermord anerkennt und die deutsche Mitverantwortung klar benennt. Bis dahin werden wir weiter mit Hochdruck an unserer Forderung arbeiten: Anerkennung Jetzt!

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Quelle: http://akduell.de/2016/05/streiten-fuer-gerechtigkeit/

Deutscher Bundestag muss Genozid anerkennen

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Pressemitteilung der Initiative Anerkennung Jetzt

gemeinsam mit

Grüne Jugend, Jusos in der SPD, linksjugend [‘solid], Junge Liberale, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland und der Kurdischen Gemeinde Deutschland

Das Versprechen der Politik muss eingelöst werden: Deutscher Bundestag muss Genozid anerkennen

In wenigen Tagen jährt sich der Beginn des Völkermordes an den Armeniern zum 101. Male. Die Fraktionen im Deutschen Bundestag haben am 24. April 2015 in der Plenardebatte zwar einmütig den Genozid an den Armeniern bedauert und die Mitverantwortung Deutschlands deutlich gemacht, aber die versprochene gemeinsame Resolution darüber blieb bis heute aus.

Die Türkei hat massiv gegen eine solche Völkermord-Resolution protestiert. Obwohl Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestagspräsident Norbert Lammert unmissverständlich von Völkermord sprechen, drückt sich die Bundesregierung vor Ihrer Verantwortung die Vernichtung der Armenier klar und unmissverständlich als Völkermord zu bezeichnen – wohl auch, um den Deal mit der Türkei über die Blockade der Fluchtwege nach Europa nicht aufs Spiel zu setzen.

Deutschland trägt als Bündnispartner der Türkei eine besondere Verantwortung an dem Völkermord – dem ebenfalls Aramäer/Assyrer und Pontosgriechen zum Opfer gefallen sind – da das Deutsche Kaiserreich als Verbündeter des Osmanischen Reiches sich zumindest des Unterlassens, der Billigung und Vertuschung, wenn nicht der Mittäterschaft schuldig gemacht hat.

Deshalb kann und darf sich die Bundesrepublik Deutschland nicht ihrer Verantwortung entziehen. Auch nicht im vorauseilenden Gehorsam oder aus falscher Rücksicht auf die Beziehungen zur heutigen Türkei und einen Teil der hier lebenden Türken und deutscher Staatsbürger mit türkischem Migrationshintergrund, die mit ihren Verbänden und Organisationen eine Anerkennung des Völkermords ablehnen.

Wir, die Initiative „Anerkennung Jetzt“ begrüßen, dass sich die Fraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen auf eine Resolution verständigen und diese am 2. Juni 2016 verabschieden wollen.

Wir, die Unterzeichner, fordern

  • die Abgeordneten des Deutschen Bundestages dazu auf, ein starkes Zeichen zu setzen und fraktionsübergreifend mit Beteiligung aller Parteien eine Resolution zu verabschieden, die die Vernichtung der Armenier, Assyrer/Aramäer und Pontosgriechen im Osmanischen Reich offiziell und unmissverständlich als Völkermord anerkennt und die deutsche Mitverantwortung klar benennt.
  • die Abgeordneten der Parlamente der Bundesländer ebenfalls dazu auf, die Vernichtung der Armenier, Assyrer/Aramäer und Pontosgriechen im Osmanischen Reich offiziell als Völkermord anzuerkennen.
  • dass der Völkermord an den Armeniern in die Bildungspläne / Lehrpläne der Bundesländer endlich Einzug findet und Gegenstand des Schulunterrichts wird.

*Die im Text gewählte männliche Form bezieht sich auf Angehörige beider Geschlechter.


Erstunterzeichner:

Anerkennung Jetzt
Grüne Jugend
Jusos in der SPD
linksjugend [‘solid]
Junge Liberale
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. (BDAJ)
Kurdische Gemeinde Deutschland e.V.

Quelle: http://www.anerkennung-jetzt.de/das-versprechen-der-politik-muss-eingeloest-werden-deutscher-bundestag-muss-genozid-anerkennen

Sommerschule in Armenien: Sprache, Kultur und Gesellschaft

Team Junge Armenier

Anmeldung bis 16. Mai 2016
15. – 26. August 2016 in Yerevan

BildDie Sommerschule möchte Zugang zu einer faszinierenden Kultur am Schnittpunkt von Okzident und Orient, Christentum und Islam, Russland und Europa verschaffen. Allen voran werden in einem Anfänger­sprachkurs (A1) Grundlagen der armenischen Sprache und Schrift eingeführt sowie fundamentale Sprech­akte zur Orientierung und ersten Kontaktaufnahme geübt.

Um neben der praxisorientierten Sprachvermittlung einen Einblick in das System der Sprache zu gewinnen, wird zusätzlich das Armenische auf der grammatischen Ebene mit dem Deutschen kontrastiert und auch ein Überblick über die Varietäten dieser Sprache geboten.

In Modulen zur armenischen Literatur, Musik, Landeskunde, Geschichte und zur medialen Wahrnehmung Armeniens wird ein Einblick in die Gesellschaft und Kultur dieses Landes gegeben. Dies wird durch Exkursionen und Gespräche mit lokalen Vertretern der Medien- und Zivilgesellschaft ergänzt.

Die Unterbringung der Teilnehmer erfolgt in Gastfamilien von armenischen Deutsch-Studierenden, sodass für einen direkten Kontakt zur armenischen Lebenswelt gesorgt ist.


Kurssprache: Deutsch

Zielgruppe: Studierende der Fächer Armenologie, Kaukasusstudien, Sprachen und Philologien, Kulturwissenschaften und Politikwissenschaften

Teilnahmevoraussetzungen: Immatrikulation in einen Studiengang einer anerkannten Hochschule in einem der für die Zielgruppe entsprechenden Fächer

Termine:
  • Anmeldung bis 16. Mai 2016
  • Kurszeit: 15. – 26. August 2016
  • Anreise: 14. August 2016
  • Abreise: 27. August 2016

Kursthema:

  • Armenische Sprache, Kultur und Gesellschaft
  • Anfängersprachkurs Armenisch (Niveau A1)
  • kulturelles Rahmenprogramm

Sonstiges:

  • Stunden/ Woche: 28
  • Teilnehmerzahl: mind. 12, max. 20
  • ECTS-Punkte: 3

Weitere Informationen sowie Programm, Stipendium, Kosten und die Anmeldung findet ihr hier:

Quelle: http://sommerschule-armenien.weebly.com/

Armenischer Sommer Jugendtreff 2016 in Dorsten

Team Junge Armenier

13. – 16. Mai 2016
Jugendherberge Dorsten
Im Schöning 83, 46286 Dorsten Wulfen

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Alle Jahre wieder… der Armenische Sommer-Jugendtreff

Nach den kalten Wintermonaten wird es wieder Zeit für einen Lichtblick: dem Armenischen Sommer-Jugendtreff 2016.

Vom 13. – 16.05.2016 erwartet euch in der Jugendherberge Dorsten ein volles Programm mit anregenden und eindrucksvollen Präsentationen, Diskussionen, Workshops über die armenische Kultur und ausgelassenen Grill- sowie Tanzabenden sowie Freizeitangeboten in der Sommersonne.

Verpasst nicht eine der seltenen Veranstaltungen zu denen sich zahlreiche armenische Jugendliche aus ganz Deutschland an einem Ort versammeln, um gemeinsam Spaß zu haben und ein unvergessliches Wochenende zu verbringen. Dorsten liegt im Westen Deutschlands in Nordrhein-Westfalen in der Nähe von Essen und Dortmund.

Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt, also warte am besten nicht zu lange, sondern sei einfach dabei und erfülle diesen Jugendtreff durch deine Anwesenheit mit noch mehr Leben!

Wer darf kommen? – Alle Armenier/innen im Alter von 16 – 35 Jahren
Mehr Informationen & offizielle Anmeldung erfolgen unter http://jungearmenier.de/jt/

Wir bitten euch drum all eure armenischen Facebook Freunde zur Veranstaltung einzuladen, die Veranstaltung zu Teilen sowie allen Freunden persönlich bescheid zu geben, damit es wieder ein unvergesslicher und spannender Jugendtreff wird!


Euer Team Junge Armenier

 

PS: Mit dem Sparpreis-Gruppen-Tarif der Bahn fährt man ab 6 Personen für nur 19€ p.P. per ICE → http://bit.ly/1PT2Rmz

Facebook Event:
https://www.fb.com/events/460544394138779/

Köln – Osterfeier der Armenischen Gemeinde

Team Junge Armenier

Sonntag, 27. März 2016 | 14.30 Uhr
Armenische Gemeinde Köln e.V.
Veranstaltungsort: Haus Burgpark
Bachstrasse 26, 50354 Hürth-Efferen

Osterfeier der Armenischen Gemeinde Köln e.V.

Am 27. März 2016 ab 14.30 Uhr mit DJ Pierre aus Paris (Artstudio Pierre Alex)

Reichhaltiges Buffet mit Warmen und kalten Speisen. Alle Softgetränke, Kaffee und Tee im Preis inbegriffen. Außerdem mit Cörek und Eierwettbewerb/Tombola.

Kartenvorverkauf und Reservierung bis zum 24.03.2016 siehe Flyer.

Veranstaltungsort: Haus Burgpark, Bachstrasse 26, 50354 Hürth-Efferen

Eintritt: Erwachsene: 39€ und Kinder: (5-12 Jahre) 20€

Einlass: 14.30 Uhr, Beginn: 15.30 Uhr

flyer_osterfeier_köln_2016Quelle: http://www.armenischegemeindekoeln.de/

Abschlussbericht – Winter-Jugendtreff 2015 in Bad Kissingen

Team Junge Armenier

von Janet Karanfiloglu

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Unser armenischer Jugendtreff wurde auch im Winter 2015 in Bad Kissingen weitergeführt. Zahlreiche Armenierinnen und Armenier, ob jung oder alt, erschienen an dem besagten Wochenende und brachten viel Schwung und Lebensfreude mit.
Der Anreisetag verlief wie gewöhnlich sehr lustig. Die meisten Jugendlichen blieben ihrer Tradition treu und trafen erst mit Verspätung ein – ein gleichermaßen geliebtes sowie kritisiertes Markenzeichen unseres Volkes.
Nachdem auch endlich alle Jugendlichen den Weg zu uns in die Jugendherberge gefunden hatten, mussten wir uns natürlich einander vorstellen. Ich muss sagen, dass wir Armenier ein sehr musikalisches Talent besitzen, worauf wir stolz sein können. Von den 90 Armeniern habe ich am Wochenende gefühlte 40 Teilnehmer Klavier oder Gitarre spielen gehört. An den Gesichtern und Blicken der Zuhörer waren die Gedankengänge direkt erkennbar: Von „Wow, wer spielt das?“ bis „Nicht schon wieder dieses traurige Lied!“ war alles mit dabei. Natürlich wurden wir auch von einigen Spaßvögeln unterhalten und von Menschen, die viel über sich zu erzählen hatten. Am tollsten fand ich aber das Organisationsteam, das zum ersten Mal über „Walkie-Talkies“ kommunizierte und versuchte, sich gegenseitig zu ärgern. Auch die Jugendlichen schienen von dem Vorreiter des Handys begeistert gewesen zu sein und ergriffen jede Gelegenheit, die „Walkie-Talkies“ der Organisatoren auch einmal zu benutzen, wenn diese unaufmerksam waren.
Es wurden wie immer Vorträge gehalten. Edgar, einer der Organisatoren, brachte die Jugendlichen zum Arbeiten, als er ihnen in einem Workshop den Aufbau und die Umsetzung einer Projektarbeit erläuterte. Die Teilnehmer waren direkt motiviert und überlegten sich Projektthemen, die den Zusammenhalt und die bessere Vernetzung der Armenier im Umkreis fördern könnten.
Nachmittags empfingen wir die Autorin Rafaela Thoumassian, die ihr Buch „Werwolf oder Taube“ vorstellte. Sie las uns die spannendsten Abschnitte daraus vor. In dem Buch geht es um Ana, die in ihre Heimat Armenien reist und ihre Erlebnisse in einem Tagebuch aufschreibt. Konflikte zwischen Armenien und der Türkei werden aufgegriffen und in einer bildlichen Sprache erzählt.
Nach der kognitiven Anstrengung durften wir uns abends bewegen und unser Tanzbein auf dem Parkett schwingen. Anush Chahkalyan, die Tanzlehrerin des Tanzensembles „Anush“ der armenischen Landsmannschaft e.V., legte ihr Programm im wörtlichen und übertragenen Sinne sehr sportlich an. In eineinhalb Stunden versuchten wir, traditionelle armenische Folkloretänze zu lernen. Die Jugendlichen hatten dabei viel Spaß, auch wenn sie zum Teil überfordert waren. Immer wieder kam es vor, dass der eine oder andere seinen Tanznachbar fragte, ob er ihm die Tanzschritte erklären könnte, bis sich überraschenderweise herausstellte, dass dieser genauso verwirrt war. Dies war auch an unseren äußerlichen Verknotungen zu erkennen. Letztlich hatte aber der Großteil der Gruppe das Gefühl, einige Schritte vom Tanzunterricht mitgenommen zu haben. Am selben Abend folgte die armenische Party, bei dem die Crashkurs-Teilnehmer ihr tänzerisches Talent auf die Probe stellen konnten. Ich muss sagen, dass das sehr gut aussah.
Freundlicherweise fand sonntagsmorgens der Gottesdienst statt. Unser Pfarrer Ter Aygik Hovhannisyan fuhr einige Kilometer, um uns zu sehen. Der Pfarrer war sehr interessiert, mit uns zusammenzuarbeiten und hielt mit uns einen Dialog, wie der Zusammenhalt zwischen jungen Armeniern und der Kirche gestärkt werden kann. Zum Glück gab es Jugendliche, die gute Vorschläge hatten und offen zur Sprache brachten.
Nach dem Gottesdienst hielt der Vorsitzende des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland, Mike Malke, einen Vortrag. Er zeigte uns anschaulich, wie wichtig es ist, den christlichen Glauben nicht zu verlieren. Ebenso machte er uns darauf aufmerksam, wie irrelevant es ist, welche christliche Konfession ein Mensch hat. Christ ist Christ und Mensch ist Mensch. Später erzählte er von seiner Irakreise zu den Flüchtlingsheimen der verfolgten Christen und Jesiden, die ihn emotional mitgenommen hat. Auch uns hat die Geschichte bewegt, vor allem da uns Sachverhalte vermittelt wurden, denen in der Berichterstattung ein eher geringer Stellenwert zukommt.
Unsere Stimmung wurde wieder aufgeheitert, als Taline Akkaya das Projekt „Travel Armenia“ vorgestellt hat, welches verschiedene Möglichkeiten auflistet, um ein Auslandsjahr in Armenien zu verbringen. Der Auslandaufenthalt wirkte erst recht durch die Erfahrungsberichte von Anna Ohanian und Michelle Göttler verlockend. Auch Aykun Kasakyan brachte uns am letzten Abend zum Lachen, als er sehr motiviert und mit einer gewissen Situationskomik über das Leben der Armenier in der Türkei berichtete.
Der letzte Tag verlief wie immer etwas traurig. Die liebgewonnen Menschen mussten sich voneinander verabschieden. Dabei gab es traditionell ein Küsschen links und rechts sowie eine dicke Umarmung. Doch wie man so schön sagt: „ Man hört da auf, wo es am schönsten ist“. Die Garantie haben wir: Denn es war sicher nicht der letzte Jugendtreff!