1915 | 2015 – DIE GESCHICHTE WIEDERHOLT SICH

Die Jugendorganisation „Junge Armenier“ und Aktivisten des wohltätigen Vereins „Save Our Souls – 1915.de e.V.“ haben sich in den letzten Wochen zusammengesetzt, um eine gemeinsame Aktion zu starten. Ziel war es, an die ausgebliebene Anerkennung des Völkermords von 1915 zu erinnern und persönlich den Sachstand zu erfragen.

Um die entscheidenden Akteure, die Bundestagsabgeordneten, zu erreichen, haben sich die zwölf Aktivisten am Donnerstag, dem 12.11.2015, vor dem Bundestagsgebäude versammelt. Ausgerüstet mit zwei Bannern, zehn Schildern und hundert Luftballons standen die Aktivisten von morgens um acht Uhr bis 17 Uhr nachmittags an einem der wichtigen Zugänge des Gebäudekomplexes. Viele Politiker, die zu ihren Sitzungen gehen wollten, wurden von ihnen am Eingang abgefangen und nicht selten in Gespräche verwickelt.

Bereits am Vortag wurde in den sozialen Medien angekündigt, dass die Aktivisten kommen würden, damit die Abgeordneten sich darauf einstellen konnten, den Dialog mit ihnen herzustellen. Dank der zahlreichen Twitter- und Facebooknutzer, welche die Meldung an die Politiker eifrig teilten und verbreiteten, entstand bereits im Netz die Kommunikation zwischen Politikern und den Unterstützern der Aktivisten.

Eine einfache Idee entwickelte sich zum Zünder eines beachtlichen Resultats, denn es wurden nicht weniger als 40 Bundestagsabgeordnete von den Aktivisten angesprochen, welche Kooperationsbereitschaft gezeigt haben. Gleichzeitig wurden den Mitgliedern des Bundestages die Parallelen zum aktuellen Völkermord der Minderheiten im Nahen Osten verdeutlicht und gebeten, sich wachen Auges und mit aktivem Handeln für die Beendigung einzusetzen. Eine Gedenkkultur vergangener Völkermorde, sollte auch dazu dienen, künftige aufzuhalten. Zudem sprachen sie sich für das Bedürfnis für eine Schutzzone für die Minderheiten im Irak und Syrien aus, die unter internationaler Aufsicht und Zusammenarbeit mit den christlichen und ezidischen Selbstverteidigungseinheiten gesichert werden soll, damit die Menschen das verloren gegangene Vertrauen zurück erhalten. Nur das sichert einen langfristigen Verbleib in der Heimat.

Durch die Verteilung von Informationsflyer und dem Austausch von Kontaktdaten ist außerdem eine langfristige Basis des gegenseitigen Kontakts gesichert.

Als Nachfahren der Völkermordopfer von 1915 ist es den Jugendlichen sehr wichtig, sich insbesondere bei den Bundestagsabgeordneten Gehör zu verschaffen und somit auf eine möglichst baldige Anerkennung dieses Völkermords hinzuarbeiten.

Dr. Thomas Feist - CDU/CSU
Dr. Thomas Feist - CDU/CSU
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